1. FACHTAGUNG MIGRATIONSPÄDAGOGIK

29.30. Mai 2026 Brünner Straße 72, 1210 Wien 

Die erste Fachtagung Migrationspädagogik veranstaltet vom Institut für Migrationspädagogik (MIGPÄD) findet am Abendgymnasium Wien statt. Als Institution steht es für das gesellschaftliche Versprechen, dass Bildungswege nicht endgültig verschlossen sein sollen. “Nie soll unsere Schule der Grund dafür sein, dass Studierende sie wieder verlassen,” so das Leitbild des Abendgymnasiums.

Migrationspädagogik fragt nicht primär nach Integration oder Förderung von Menschen mit Migrationsgeschichte, sondern danach, wie Migration als Kategorie im pädagogischen Feld diskursiv, institutionell und praktisch hervorgebracht wird. Kulturalisierungen und Ethnisierungen werden als Machtpraktiken sichtbar gemacht, pädagogische Subjektivierungen und Zugehörigkeiten analysiert und eine kritische Reflexivität gegenüber den eigenen Normen, Kategorien und Handlungspraktiken eingefordert.

Im Rahmen der Fachtagung wird in diesem Sinne Bildung als Aushandlungsraum von Differenz, Macht und Zugehörigkeit sichtbar gemacht und kritisch reflektiert. Migrationspädagogik ist dabei analytischer Reflexionsrahmen, der Bildung aus einer machtkritischen Perspektive unter den Bedingungen migrationsgesellschaftlicher Normalität analysiert.

Keynotes: Paul Mecheril, Josephine Apraku.

Außerdem mit: Fikri Anıl Altıntaş, Saška Dimić, İnci Dirim, Henrie Dennis, Ali Dönmez, Marina Gržinić, Andrea Hubin, Araba Evelyn Johnston-Arthur, Eşim Karakuyu, Mariyam Malik, Daphne Nechyba, Anahita Neghabat, Jessica Nogueira Varela, Rubia Salgado, Karin Schneider, Parissima Taheri-Maynard, Claudia Tazreiter, Mara Verlic, Vina Yun und mehr.

Die Konferenz verbindet theoretische Grundlagen mit aktuellen praxisbezogenen Fragen der Bildungsarbeit und führt kritische Stimmen aus wissenschaftlicher Forschung, Aktivismus und kritisch bildnerischer Praxis zusammen.

Programm

FREITAG, 29.Mai 2026

13:30 UHR EINLASS

14:00 UHR BEGRÜSSUNG

14:30 UHR KEYNOTE

Paul Mecheril: Migrationspädagogik in Zeiten der Faschisierung gesellschaftlicher Verhältnisse (DE)
Wir befinden uns gesellschaftlich in einer Situation, in der der Ausdruck Migration politisch und medial sehr eng mit Themen wie Bedrohung, Illegitimität und Problemlagen assoziiert wird, so dass Migration fast zu einer Chiffre für das gesellschaftlich Unerwünschte geworden ist. Auch der massive Aufschwung sogenannter rechter Positionen geht damit einher, dass es gesellschaftlich selbstverständlich geworden ist, Migration mit Bedrohung, Gewalt, Kriminalität, Unzivilisiertheit zu verbinden. Wir befinden uns in einer Zeit der Faschisierung gesellschaftlicher Verhältnisse, welche unter anderem mit der Verabsolutierung des Vorrangs einer partikularen sozialen Einheit („Volk“) einhergeht. In meinem Vortrag will ich erstens die Diagnose der Faschisierung gesellschaftlicher Verhältnisse erläutern und zweitens fragen, was dies für (Migrations-)Pädagogik bedeutet.

 

16:00 UHR PAUSE

 19:00 UHR PAUSE & ESSEN

16:15 UHR WORKSHOPS

Fikri Anıl Altıntaş: Rassifizierte Jungs: Männlichkeit, Migration und Bildungsrealitäten (DE) 
Der Impulsvortrag mit Workshopelementen fragt danach, wie Rassifizierung  im Bildungskontext die Wahrnehmung und Bildungschancen von „Jungen mit  Migrationsgeschichte“ beeinflusst. Ausgehend von medialen Bildern  migrantisch-markierter Männlichkeiten werden problematische  Verknüpfungen von Männlichkeit, Fremdheit und Gewalt skizziert und ihre  Bedeutung für Schule und pädagogische Praxis beleuchtet.
In einem anschließenden Praxisaustausch reflektieren die  Teilnehmer:innen eigene Erfahrungen aus Bildungs- und Jugendarbeit und  diskutieren, was es für eine rassismuskritische, geschlechtergerechte  und ressourcenorientierte Bildungspraxis braucht.

Ali Dönmez:  ‘In der Schule wird Deutsch gesprochen!‘ Mehrsprachigkeit und Macht(verhältnisse) in der Schule (DE)
Mehrsprachigkeit ist eine gesellschaftliche Realität. Wie wird diese aber in Bildungseinrichtungen abgebildet? Wie gehen Schulen und Lehrpersonen mit der Mehrsprachigkeit ihrer Schülerinnen und Schüler um? Durch diesen Workshop sollen Lehrpersonen bezüglich Linguizismus und ihren weitreichenden Folgen sensibilisiert werden.

Parissima Taheri-Maynard (Wir sind auch Wien): BIPOC Safer Space und Reflexionsraum (DE)
Dieser Safer Space soll ein Raum für Empowerment sein – gezielt für Personen, die sich in einer Doppelrolle befinden: Sie sind selbst von Rassismus betroffen und zugleich aktiv darin, Angebote, Initiativen oder Arbeit im Bereich Antirassismus zu gestalten. Im Mittelpunkt stehen Fragen wie: Was bedeutet es, diese doppelte Position einzunehmen? Was hilft dabei, diese Rolle gut auszuhalten? Wo liegen Herausforderungen oder Belastungen? Und was fehlt oft in diesen Räumen oder Strukturen? Gemeinsam soll reflektiert werden, wie wir uns gegenseitig stärken, Erfahrungen teilen und Wege finden können, uns nachhaltig zu empowern.

Mara Verlic (AK Wien): Projekterkenntnisse: Dialogprozess Migration in Wien (DE)

19:30 UHR PANELDISKUSSION

„IT´S RACISM, STUPID“ mit Fikri Anıl Altıntaş, Henrie Dennis, İnci Dirim, Araba Evelyn Johnston-Arthur, Anahita Neghabat, Vina Yun. (DE & ENG)

 21:15 UHR ENDE 

09:00 UHR EINLASS

09:30 UHR WORKSHOPS

Marina Gržinić, Claudia Tazreiter: Voices of minorities in rethinking what it is to be democratic (ENG)
In this workshop our aim is to work together with participants to hear what belonging means from different positions. Countries (states) still give a privileged position to the citizen, even though growing numbers of people have temporary, or no official status. Nevertheless, those same people live, work and contribute to the country/society in which they live. This is an unjust reality that leads to many forms of vulnerability and exploitation. Importantly, it also weakens the social fabric of a society through the harms of such exploitation.
From this background, we want to explore together the ways that learning about different positions (migrant, refugee, undocumented person, LGBTQI+, minorities, women, racialized persons), is vital to build new visions of the future. How can the abstract idea of a democratic society be thought anew from the many positions that actually live together and contribute to society, though currently their views are often invisible and ignored? We will use different activities to build this new knowledge together.

Daphne Nechyba (MIGPÄD): Diskriminierungskritische Bildungsarbeit und Affekt – Emotionale Dynamiken von Lernenden und Lehrenden in der Auseinandersetzung mit Rassismus (DE)
Im Rahmen des Workshops werden die affektiven Dimensionen einer rassismuskritischen Bildungsarbeit beleuchtet, mit denen sich Lernende, vor allem aber Lehrpersonen konfrontiert sehen. Der Workshop beginnt mit einer allgemeinen Einführung in das Thema Diskriminierungskritische Bildungsarbeit und Affekt und es werden zentrale Begriffe wie racial battle fatigue, affective economies and emotional labour aufgegriffen. In Anlehnung an Sara Ahmeds Feminist Killjoy Toolkit folgt die gemeinsame Erarbeitung von Strategien im Umgang mit stark aufkommenden Emotionen während des Unterrichts sowie danach. In ihrer Rolle als pädagogische Fachkräfte sind dabei besonders Lehrpersonen dazu angehalten, aufkommende Emotionen während des Unterrichts zurückzuhalten.

Rubia Salgado (das kollektiv): Basisbildung und die Krisen. Oder: Wie gelangen wir zur poetischen Haltung?
Der Workshop besteht aus Erzählungen und Inputs, ausgehend von der Erwachsenenbildungsarbeit von das kollektiv (bis 2015 maiz), sowie aus Gesprächen und poetischen Erfahrungsmomenten.
Es werden Konfluenzen und Transfluenzen rekonstruiert, die unser Flussbett in zirkulären Bewegungen bis zur Idee einer poetischen Haltung in der kritischen Basisbildung führten: vom Konzept der Bewusstseinswerdung in der Tradition der educação popular über pädagogische Reflexivität (Migrationspädagogik) bis hin zur Kritik der Subjektivierungspolitiken im Neoliberalismus, zu Ansätzen einer Neuanordnung des Begehrens sowie zur Dekolonisierung des Unbewussten.
Anleitende Frage im Workshop: Wie lassen sich Lernräume gestalten, die gleichzeitig ermöglichen, Gewaltverhältnisse zu analysieren, widerständige (Sprach-)Handlungsmöglichkeiten zu erweitern und – damit verschränkt – abstraktes bzw. metaphorisches Denken sowie poetische Vorstellungskraft zu üben und das Begehren nach Veränderung zu wecken, ohne die Lernprozesse in eine von uns (Lehrenden, Kunstvermittler*innen o. Ä.) vorbestimmte Richtung zu lenken bzw. ohne das Poetische im Sinne einer vorbestimmten Vorstellung von Zukunft ‚nützlich‘ machen zu wollen?

(ZARA): Rassismus im Bildungswesen erkennen und handeln – Erkenntnisse aus dem Rassismus Report 2025 (DE)
Der Workshop stellt zentrale Erkenntnisse aus dem ZARA Rassismus Report 2025 mit Schwerpunkt auf Rassismus im Bildungswesen vor. Anhand von Fallbeispielen und gemeinsamen Reflexionsübungen diskutieren wir, wie sich rassistische Ungleichbehandlung im Bildungsalltag zeigt und welche Handlungsmöglichkeiten Pädagog*innen und Bildungseinrichtungen haben.

 12:15 – 12:45 UHR MITTAGSPAUSE & ESSEN 

13:00 UHR KEYNOTE

Josephine Apraku:  Emotions Taking Us Over – was Rassismuskritik noch braucht (DE) 
Im Kontext der Arbeit zu Diskriminierung – und insbesondere zu Rassismus – basieren Lernenangebote häufig auf einer kognitiv-intellektuellen Ebene: Es geht darum, Wissen zu erweitern, historische Zusammenhänge zu verstehen und strukturelle Mechanismen von Unterdrückung sichtbar zu machen. Dieses Wissen ist zentral und unverzichtbar. Gleichzeitig zeigt meine Arbeit immer wieder, dass Veränderungsprozesse nicht ausschließlich an fehlendem Wissen scheitern, sondern häufig an unserem Umgang mit Emotionen. Was passiert, wenn wir hören, dass unser Verhalten diskriminierend war? Wenn Scham, Abwehr, Wut oder Überforderung auftauchen?
Die Keynote setzt genau hier an. Sie verbindet rassismuskritische Perspektiven mit Fragen emotionaler Selbstwahrnehmung und Selbstregulation. Aus einer intersektionalen Perspektive geht es darum zu verstehen, welche Rolle Emotionen in gesellschaftlichen Machtverhältnissen spielen – und warum ein reflektierter Umgang mit eigenen Affekten ein zentraler Bestandteil rassismuskritischer Praxis sein kann. Denn Wissen allein verändert noch nichts; entscheidend ist auch, wie wir mit dem umgehen, was dieses Wissen in uns auslöst.

14:30 UHR WORKSHOPS

Saška Dimić: Antirassistische Bildungsarbeit am Beispiel von Antiziganismus (DE)
Der Workshop vermittelt grundlegende Konzepte und methodische Ansätze antirassistischer Bildungsarbeit am Beispiel von Antiziganismus. Im Fokus steht die Auseinandersetzung mit historischen, gesellschaftlichen und institutionellen Dimensionen von Diskriminierung sowie deren Auswirkung auf Betroffene. Die Teilnehmenden lernen didaktische Methoden kennen, um Antiziganismus in der pädagogischen Arbeit mit Jugendlichen zu erkennen, einzuordnen und reflexiv zu bearbeiten. Ziel ist es, Kompetenzen im Umgang mit Vorurteilen zu stärken, Empathie zu fördern und Handlungsansätze für eine diskriminierungskritische Bildungsarbeit zu entwickeln.

Andrea Hubin, Karin Schneider: Baustelle Antisemitismus – Methodische Zugänge für erinnerungspolitische Lernprozesse in der Stadtgesellschaft (DE)

 Eşim Karakuyu: TikTok, Tradwives & Rollenbilder – Online Lebenswelten von Jugendlichen und Handlungsmöglichkeiten für die (digitale) Jugendarbeit (DE)
Social Media Plattformen sind für viele Jugendliche und junge Erwachsene zentrale Räume der Zugehörigkeit, Identitätsbildung und Selbstinszenierung. Plattformen wie TikTok fungieren dabei als Bühne, Aushandlungsraum und Projektionsfläche zugleich. Aktuelle Trends wie die der Retraditionalisierung in ästhetisierter Form von „Alphas“,  „Trad Wives“ oder stark polarisierende Rollenbilder greifen dabei gezielt Bedürfnisse nach Orientierung, Sicherheit und Zugehörigkeit auf.
Gleichzeitig verstärken Plattformlogiken bestimmte Erzählungen und machen sie besonders sichtbar und anschlussfähig. Neben problematischen Inhalten eröffnen digitale Räume jedoch auch Möglichkeiten für alternativen Erzählungen, Empowerment und vielfältige Lebensentwürfe.
Der Workshop richtet den Blick auf die Frage nach Online Identitäten und Online Lebenswelten, welche Geschichten Jugendliche über sich, die Welt und ihre Rolle darin erzählt bekommen und welche sie und wir selbst erzählen können. Gemeinsam analysieren wir aktuelle Trends und Narrative, reflektieren die dahinterliegenden Bedürfnisse junger Menschen und entwickeln praxisnahe Zugänge für die digitale pädagogische Arbeit. 

Mariyam Malik: Rassismuskritische Bildungsarbeit. Rassistische Dynamiken in Bildungsräumen erkennen und professionelle Haltung entwickeln (DE)
In dem Workshop gehen wir der Frage nach, was es braucht, um rassismuskritisches Lehren und Lernen zu ermöglichen. Dabei werfen wir einen Blick auf rassistische Dynamiken in Bildungsräumen, und diskutieren diese im Hinblick auf Veränderungspotenziale. Wir erarbeiten Grundlagen einer rassismuskritischen Haltung und verknüpfen diese mit praxisorientierten Impulsen.

Jessica Nogueira Varela: Survival Beyond Theory: Envisioning Migrant Futures through Poetry (ENG)
This 105-minute, participatory workshop invites participants to engage with poetry as a creative, imaginative pedagogy for making sense of migration, memory, and belonging. Drawing on Audre Lorde’s poetry and the pedagogy-of-crossing framework developed by M. Jacqui Alexander in Pedagogies of Crossing, the session frames poetry not as abstract theory but as a direct, accessible way to translate feelings, documents, memories, family stories, and everyday bureaucratic experiences into collective forms of meaning and hope. The workshop aims to surface poetic strategies that make migrant futures legible, sharable, and teachable. Through black feminist migrant poetry participants will discuss histories of crossing borders and rebuilding community. By combining a short lecture on Audre Lorde’s poetry and interactive creative writing exercises, paced with breaks for walking, writing, and sharing, this session carefully and gently reclaims complex feelings about migration through poetry.
Participants will reflect upon the multiple meanings of migration in their personal lives, communities, in the media and in general history. Through a series of prompts attendees will construct poems which integrate testimony, imagination, and critical discussion. By the end of this workshop participants will co-construct and share poems that respond to themes of journey, belonging, and resistance that can envision migrant futures beyond survival. 

 

 17:15 UHR ENDE

Fikri Anıl Altıntaş, Bild von Fikri Anıl Altıntaş aufgenommen von Julius Gabele1992 in Wetzlar geboren, lebt und arbeitet in Berlin. In seinen Texten, u.a. für die ZEIT, taz, Deutschlandfunk Kultur, ZDF und das Berliner Ensemble, beschäftigt er sich mit Männlichkeiten, Antifeminismus, Geschlechtergerechtigkeit und der (De)-Konstruktion von nicht-weißen, muslimisch gelesenen Männlichkeiten in Deutschland. Sein Debütroman „Im Morgen wächst ein Birnbaum“ erschien 2023. “Zwischen uns liegt August” ist sein neuer Roman (C.H.Beck). Er ist ehrenamtlich als #HeForShe Deutschland Botschafter von UN Women Deutschland tätig. Foto © Julius Gabele.

Copyright Julius GabeleJosephine Apraku arbeitet als Autor:in, Trainer:in und Coach. Josephines Arbeit beschäftigt sich mit den Schnittstellen von Emotion und System.
Josephine ist Autor:in mehrerer Sach- und Kinderbücher, darunter Kluft und Liebe. In diesem Jahr erscheinen drei weitere Beiträge in Anthologien. Texte von Josephine erschienen unter anderem im Missy Magazine, in der deutschen Vogue und im Tagesspiegel.
Mit Ozan Zakariya Keskinkılıç kuratiert Josephine die Lesereihe ALL YOU CAN READ – eine gemeinsame Arbeit, die regelmäßig am Küchentisch beginnt und dort endet. Foto © Julius Gabele.

Mag.art. Henrie Dennis is the Curator of the African Collections at the Weltmuseum Wien. Nigerian-born, she is a human rights activist, art curator, academic researcher, and cultural mediator whose work brings together cultural practice, critical scholarship, and sustained community engagement. She is the founder of Afro Rainbow Austria, serves as co-chair of Planet 10, and acts as the European representative on the ILGA World Women’s Committee. Her contributions across art, academia, and community empowerment have been recognized with numerous awards. Henrie is currently pursuing a PhD in Philosophy. Her research engages with queerness, migration and border politics, redistribution of resources, gender, anti-racism, and decolonization. Through art, scholarship, and dialogue, she challenges dominant frameworks of knowledge and amplifies marginalized voices, working toward more just, connected, and accountable cultural futures. Foto © Joy Alphonsus.

Copyright Gerald TschankSaška Dimić  ist Lehrerin und Trainerin für antirassistische Bildungsarbeit mit Schwerpunkt auf Antiziganismus. Sie engagiert sich in der Bildungs- und Aufklärungsarbeit zu Geschichte und Gegenwart von Rom:nja und Sinti:zze sowie zu diskriminierungskritischen Perspektiven in der pädagogischen Praxis. Sie ist in zivilgesellschaftlichen Initiativen aktiv und bringt ihre Expertise an der Schnittstelle von Bildungsarbeit, Antirassismus und Friedenspädagogik in Workshops, Trainings und öffentlichen Bildungsformaten ein. Foto ©  Gerald Tschank.

İnci Dirim ist Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache, Germanistin, Linguistin, Erziehungswissenschaftlerin und Übersetzerin für die Sprachen Türkisch und Deutsch. Schulbesuch in Ankara; Erststudium der Germanistik und des DaF-Lehramts an der Universität Hacettepe in Ankara; Zweitstudium der Fächer Germanistik und Linguistik an der Universität Bremen. Promotion 1997 am Fachbereich Erziehungswissenschaft der Universität Hamburg im Bereich Interkulturelle Bildung zum Thema „Türkisch-deutscher Sprachkontakt in einer Grundschulklasse“. Ab 2003 W1-Professorin an der Universität Hannover; ab 2007 W2-Professorin an der Universität Hamburg ; seit 2010 Univ.-Professorin für Deutsch als Zweitsprache am Institut für Germanistik und am Zentrum für LehrerInnenbildung der Universität Wien.  Arbeitsschwerpunkte: Deutsch als Zweitsprache (Aneignung und Vermittlung), Didaktik der migrationsbedingten Mehrsprachigkeit, pädagogische Zugänge zu Deutsch als Zweitsprache. Arbeitsweise migrationspädagogisch/rassismuskritisch. Leitfrage der Forschungs- und Lehrtätigkeit: Wie kann Deutsch ohne Othering vermittelt werden? Foto © Martin Lifka Photography.

Foto Credit Heribert CornAli Dönmez, Lehrer für Deutsch als Zweitsprache und Logopäde, arbeitet zu  Mehrsprachigkeit, Rassismuskritik und Sprache in Bildungskontexten. In seinem Workshop „In der Schule wird Deutsch gesprochen!“ thematisiert er Sprachgebote und ihre  gesellschaftlichen sowie bildungspolitischen Auswirkungen. Mehr Informationen: http://www.ali-doenmez.at. Foto © Heribert Corn.

Marina Gržinić, Univ.-Prof. Dr., ist Philosophin, Theoretikerin, Künstlerin, Kuratorin und öffentliche Intellektuelle mit Sitz in Ljubljana, Slowenien. Seit 1993 ist sie am Institut für Philosophie des Wissenschaftlichen Forschungszentrums der Slowenischen Akademie der Wissenschaften und Künste (ZRC SAZU) tätig. Seit 2003 ist sie zudem ordentliche Professorin an der Akademie der bildenden Künste Wien, Österreich. Foto © ZRC Sazu (videostill)

Araba Evelyn Johnston-Arthur, transdisziplinäres Studium der Afrikanistik und Fächerkombination an der Universität Wien und den Universities of Ghana und London, Doktoratsstudium in Schwarzer Politik und Internationalen Beziehungen und Geschichte der Afrikanischen Diaspora an der Howard University und mehrere Jahre Lehre an den Departments  Political Science and World Languages and Cultures. War 1996 Mitbegründerin von Pamoja. Bewegung der jungen afrikanischen Diaspora in Österreich, 2005 der Recherchegruppe zur Schwarzen österreichischen Geschichte und ist heute Teil des MUSMIG (museum für migration) Kollektives, ein Museum, das es noch zu erkämpfen gilt, während es jetzt schon auch die grundlegende Gewalt problematisiert, die Museen in Europa. meist zugrunde liegt. Seit 2006 transdisziplinäre Lehre u.a. an der Universität Wien (Institut für Politikwissenschaft, Afrikanistik, Germanistik, Gender Studies) der Akademie der Bildenden Künste Wien und der Universität für angewandte Kunst.

Mariyam Malik ist Sozialwissenschaftler:in mit einem Schwerpunkt auf emanzipatorische Bildungsprozesse im akademischen Setting, in der Kunstvermittlung und in der Jugendarbeit. Derzeit arbeitet Mariyam in einer niederschwelligen Beratungsstelle für junge Frauen und TIN Jugendliche. Außerdem hat Mariyam Malik Vorträge und Workshops in diversen Universitäten, Vereinen und Fachtagungen gehalten. Von 2025 bis 2026 lehrt Mariyam an den Bildungswissenschaften der Universität Wien zu rassismuskritischer und genderreflektierter Jugendarbeit. Die künstlerische Praxis umfasst unter anderem Vermittlung im Rahmen der Vienna Design Week und das kollaborative Zine-Projekt „Queerfeministische Utopien und Geschichten aus Wien“ (2023) im Rahmen des kültüř gemma! Fellowhips.

Paul Mecheril, Dr. habil., ist Professor für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Migration an der Fakultät für Erziehungswissenschaft der Universität Bielefeld. Zuvor war er als Universitätsprofessor an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg sowie der Universität Innsbruck tätig.  Er beschäftigt sich unter anderem mit dem Verhältnis von Zugehörigkeitsordnungen, Macht und Bildung. Jüngste Buchpublikationen: Mecheril, P., Castro Varela, M., Dirim, I., Melter, C., Shure, S. (2026). Migrationspädagogik. Grundlagen, Zusammenhänge, Perspektiven. Beltz: Weinheim (im Druck); Bojadžijev, A., Mecheril, P.  & Quent, M. (Hrsg.) (2026). Handbuch Rassismusforschung. Baden-Baden: Nomos (im Druck); Bojadžijev, M., Celikates, R. and Mecheril, P. (Hg.) (2026). The Racism Debate in Germany: Concepts of Anti-racism and Matters of Solidarity. New York, London: Routledge; Mecheril, P.  (Hrsg.) (2025). Interpretation als Kritik. Glossar eines Forschungsstils. Weinheim: Beltz.  Foto © Universität Oldenburg

Eşim Karakuyu Pädagogin und Künstlerin mit SchwerpCredit SUNA Filmsunkt auf digitaler Jugendarbeit, Jugend(sub)kulturen sowie genderspezifischer und rassismuskritischer Extremismusprävention. In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich mit Fragen von Gender, Erinnerung und Widerstand sowie mit Marginalisierung und Machtverhältnissen – insbesondere im Kontext von Jugend und Social Media. Sie ist Mitbegründerin mehrerer digitaler Projekte mit feministischer Perspektive und Co-Autorin des Buches Die alternative Held:innenreise. Digital Storytelling von Unten (Mandelbaum Verlag). Foto ©  SUNA Films.

Daphne Nechyba ist Sozialwissenschaftlerin und akademische Übersetzerin für Deutsch, Englisch und Spanisch. Sie hat unter anderem Werke von bell hooks (Suhrkamp Verlag), Patricia Hill Collins (Unrast Verlag) und der costa-ricanischen Poetin Shirley Campbell Barr (hochroth Verlag) ins Deutsche übertragen. 2024 erhielt sie den Gender & Agency Preis der Forschungsplattform GAIN – Gender: Ambivalent In_Visibilities der Universität Wien. Darüber hinaus arbeitet sie mit Institutionen wie der Kunsthalle Wien, dem Technischen Museum Wien, dem Schaulager Basel und dem Wiener Menschenrechtsbüro zusammen. Als Trainerin in der Erwachsenen- und Schulbildung leitet sie Workshops zu Rassismus, Diskriminierung und Intersektionalität und war zudem an der Konzeption und inhaltlichen Weiterentwicklung des Instituts für Migrationspädagogik beteiligt. Foto © Nechýba .

Anahita Neghabat ist Sozialanthropologin und Künstlerin. Beim Verein Vielmehr für alle! arbeitet sie als Leitung des Instituts für Migrationspädagogik (MIGPÄD) und als Trainerin im Bildungsprojekt PROSA – Projekt Schule für Alle! für Menschen mit Fluchterfahrung. Ihre Praxis verbindet kritische Bildung, Feminismus und die Analyse von (antimuslimischem) Rassismus mit künstlerischen Ausdrucksformen. Mit Memes nutzt sie digitale Bildsprache und Satire für politische Bildung sowie als Werkzeug für Widerstand und Empowerment; seit 2020 hält sie politische Meme-Workshops. Sie engagierte sich in zahlreichen communitybasierten Initiativen rassismusbetroffener Gruppen und forscht zu Fragen epistemischer Gerechtigkeit. Foto ©  SUNA Films.

Jessica Nogueira Varela is an Afro-Brazilian doctoral candidate in Comparative Gender Studies at the Central European University. She was a scholarship recipient for GEMMA – Erasmus Mundus + Master’s Degree in Gender and Women’s Studies, graduating from the Central European University (CEU) and the University of Łódź, in Poland. Jessica has a teaching and a bachelor’s degree in Social Sciences from the Federal University of Ceará in Brazil. She is highly interested in Black Feminist and Decolonial Theories, Migration in Contemporary Europe, and how the field of Digital Humanities can amplify marginalized intellectual histories.

Rubia Salgado ist als Lehrende, Kulturarbeiter*in und Autor*in in selbstorganisierten Kontexten tätig. Sie ist Mitbegründer*in der Selbstorganisation maiz in Linz und arbeitet seit 2015 zum Schwerpunkt Alphabetisierung/ Basisbildung im Verein das kollektiv: ein Ort der kritischen Bildungsarbeit, des Austausches, des Widerspruchs und der gemeinschaftlichen Gestaltung von migrierten und geflüchteten Frauen*. 

Parissima Taheri-Maynard ist Psychologin und co-Leitung des Vereins Wir sind auch Wien – Zentrum für diskriminierung- und rassismuskritische psychosoziale Gesundheit. Außerdem ist sie Vortragende an der Universität Wien und der FH Wien für Rassismuskritische Psychosoziale Arbeit in der Psychologie, in der Sozialen Arbeit und in der Internationalen Entwicklung. Foto © Abiona Esther Ojo.

 
 

 

 

Claudia Tazreiter is Professor at the Institute for Research Credit Thor Balkhedon Ethnicity, Migration and Society (REMESO) at Linköping University. Her research is grounded in sociology, cultural anthropology and social theory and engaged in the fields of race, ethnicity, forced migration and memory studies. She is currently serving as Sweden’s elected Swedish representative for Scholars at Risk. Foto © Thor Balkhed.

Vina Yun (sie/they), freie Journalistin aus Wien, schreibt u. a. über antiasiatischen Rassismus und Postmigration, Popkultur und Arbeit. 2017 erschien ihr Comic „Homestories“ über die Arbeitsmigration koreanischer Krankenschwestern nach Österreich in den 1970er-Jahren und das Aufwachsen als „zweite Generation“ im Wien der Ära Kreisky. Sie engagiert sich zudem in der Vernetzungsarbeit in der asiatischen Diaspora in Österreich. Foto © Luiza Puiu.

 
 

 

 

ZARA: Der Verein ZARA bietet Betroffenen von Rassismus sowie Betroffenen und Zeug*innen von Hass im Netz kostenlose Beratung an. Die gemeldeten Vorfälle werden systematisch dokumentiert und im jährlich erscheinenden Rassismus Report aufbereitet.